Bereits über 1,5 h war die Gruppe aus Rheinbach unterwegs als der Wanderführer den Wagen in eine Seitenstraße lenkte. Links und rechts der Straße unzählige Parkverbotsschilder, immer weiter ging es hinein in den Wald. Wohin geht es denn hier? Dann der erste kleine Parkplatz, ein Haus und ein weiterer Parkplatz in Sichtweite. - Zu erreichen nur über eine Furt, Unterbodenwäsche inklusive. Erst mal strecken und recken, dann konnte es losgehen. Ein kleines Tor, "Promenade de la Hoegne", begrüßte die Wandernden aus Rheinbach und leitete sie auf den kleinen Pfad linker Hand der Hoegne.
Die ersten vier Kilometer waren geprägt von Wurzeln, Steinen, Wasserrauschen und kleinen Holzbrücken. Immer wieder ging es über das kleine Flüsschen, das durch seine bräunliche Farbe sowie Schaumkronen typisch moorisch daher kam. Eine idyllische Landschaft, aber auch ganz schön anstrengend zumal der Weg durch die letzten Regenfälle mitunter reichlich matschig war. Da kam die erste Trinkpause ganz recht. Anschließend folgte eine kleine Änderung, es ging nun über einen Hauptweg - der folgende Bachpfad war schon bei sommerlichen trocknen 30°C bei der Vorwanderung schwammig gewesen, wie würde er nun wohl ausssehen? Also lieber parallel dazu über den befestigten Weg, der durch eine Wald- und Blaubeerreiche Vegetation führte. - Leider noch nicht reif! ;-) Wobei, welch' Glück, immerhin handelt sich um ein Naturschutzgebiet, pflücken verboten!
Nach einigen Kilometern das nächste Problem, die zu queren Furt der Hoegne war höher als üblich. Was nun? Aber auch hier gab es nach einer kurzen Suche eine Möglichkeit und so gelangten alle sicher auf der anderen Seite und konnten ihre Füße auf die ersten Stege des Tages setzen. Steg- an Stegabschnitte reihten sich aneinander und führten durch einen Wald aus Birken, Farn und weiteren typischen Moorpflanzen. Im Polleur Venn angelangt ging es erst einmal wieder bergauf. Der Wanderführer hatte beschlossen, dass der kleine "Bergpfad" interessanter ist als die flache Wegführung am Fuße des Hanges. Ab und zu wurden die Wandernden nun von Seilen begleitet, die den Pfad zum Hang hinab absicherten, aber letztendlich gab es keine Probleme auf dem minialpinen Stück und so gelangten sie im Hohen Venn-Bereich. Nun ging es in Richtung Baraque Michel, vorbei an einer wunderschön blühenden Wiese, wo sogar Orchideen entdeckt werden konnten. Welch' Augenschmaus! Begleitet von immer wieder auftauchenden Wollgras führte der Weg zur Kapelle Fischbach. Von dort ging es zum Kreuz der Verlobten und wer dachte, dass die Wanderung nun so langsam auslief, wurde enttäuscht. Den Hauptweg verlassend fand sich die Gruppe plötzlich wieder auf einem kleinen Pfad wieder. Es ging wieder über Stock und Stein sowie durch Matsch. Miunter entwickelte sich ein Dichickt, in dem die Wandernden nur schwer ausfindet zu machen waren. Schilder bewiesen aber, hier ist ganz offiziell ein Weg! Ab und an fand sich sogar ein Erklärungsschild. Und so erfuhren alle vom Gesteinsfeld in der Nähe und von den Felsen von Bilisse (Rocher de Bilisse) während sie sich ihren Weg bahnten. Eine wunderschöne Landschaft, die aber auch viel Konzentration erforderte. Kein Wunder also, dass doch ein gewisses Aufatmen erfolgte, als es auf einen "normalen" Waldweg ging. - Okay, der wurde kurz gefährlich als plötzlich Quad-Fahrer auftauchten und widerrechtlich durch den Wald rasten, aber noch mal Glück gehabt, rechtzeitig zur Seite gesprungen! Welch' Aufregung. Nun noch ein wenig asphaltierte Straße bis zum nächsten Waldabschnitt und hinab zum Parkplatz. Eine ereignisreiche, anstrengende Tour, der lange Weg hatte sich wahrlich gelohnt!
Wanderführer: Andreas Czerwinski, Wanderkilometer: 24, Höhenmeter: 350, Schwierigkeitsgrad: mittelschwer, Text und Fotos: Claudia Kleinfeld